Kremerata Baltica (Orchester)
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Im Jahr 1997 erlebte das Kammermusikfest in Lockenhaus eine kleine Revolution: An der Seite vieler renommierten Stars präsentierte der Geiger Gidon Kremer seinem Kennerpublikum ein neues Orchester namens Kremerata Baltica, das noch niemand vorher erlebt hatte. 27 junge Musikerinnen und Musiker aus Lettland, Litauen und Estland eroberten das burgenländische Dorf im Sturm – mit ihrer unbändigen Energie und Spielfreude verpassten sie dem Festival eine aufregende Frischzellenkur.Zu seinem 50. Geburtstag hat sich Kremer damit selbst das größte Geschenk gemacht: Ein pädagogisches Projekt mit einer langfristigen Perspektive, das höchsten künstlerischen Ansprüchen genügt und ihm die Möglichkeit gibt, seinen reichen Erfahrungsschatz an junge Kollegen aus den drei baltischen Staaten weiterzugeben – und das Musikleben des Baltikums zu fördern und inspirieren.
Aus der talentierten studentischen Nachwuchsgruppe - die zu Beginn auch von dem litauischen Dirigenten Saulius Sondeckis betreut wurde – erwuchs schnell ein professionelles Ensemble von internationalem Spitzenniveau: Schon 2001, im vierten Jahr des Bestehens, schwärmte die Süddeutsche Zeitung nach einem Auftritt der Kremerata Baltica in Lockenhaus: „So intensiv lässt sich Musik selten erleben.“ Das Kammermusikfest mit seinem Klima der künstlerischen Offenheit und Experimentierfreude sollte auch weiterhin eine wichtige künstlerische Heimat für die Formation bleiben, doch mittlerweile ist das Kammerorchester längst auf den wichtigsten Podien der ganzen Welt zu Hause.
Das Projekt wird inzwischen durch die drei Baltischen Regierungen Litauens, Lettlands und Estlands unterstützt und hat sein Büro in Riga.
Seine Mitglieder – herausragende junge Künstlerpersönlichkeiten, die in anspruchsvollen Vorspielen gecastet wurden – spielen in einer konstanten Besetzung und haben bereits mit vielen bedeutenden Künstlern unserer Tage musiziert: Zu den namhaften Solisten, mit denen die Kremerata Baltica zusammen gearbeitet hat, gehören etwa die Sopranistin Jessye Norman, die Pianisten Mikhail Pletnev, Jewgenij Kissin und Oleg Maisenberg, Geiger wie Thomas Zehetmair und Vadim Repin sowie die Cellisten Boris Pergamenschikow und Yo Yo Ma; bisherige Dirigenten waren unter anderem Sir Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen, Christoph Eschenbach, Kent Nagano, Heinz Holliger und Vladimir Ashkenazy. Sie alle haben das sehr eigenständige Profil des Kammerorchesters mitgeprägt.
Zur künstlerischen Handschrift der Kremerata Baltica gehört neben der hohen interpretatorischen Qualität nicht zuletzt eine ungewöhnliche und spannende Programmgestaltung, die sich oft abseits des Mainstreams bewegt und zahlreiche Ur- und Erstaufführungen enthält – darunter Werke von Kancheli, Vasks, Desyatnikov und Raskatov. Das breit gefächerte und sorgsam ausgewählte Repertoire zeigt sich auch an den viel gelobten CD-Produktionen des Ensembles: In den „Eight Seasons“, hat das Orchester die Jahreszeiten-Zyklen von Vivaldi und Piazzolla miteinander kombiniert, auf „Silencio“ zeitgenössische Kompositionen von Pärt, Glass und Martynov vorgestellt. Für die Aufnahme mit dem Titel „After Mozart“ - ein musikalischer Rückblick auf Mozart aus der Sicht des 21. Jahrhunderts – gab’s den begehrten Grammy Award: Einer von vielen Belegen für das internationale Renommee des Ensembles. Die aktuelle CD beim Label Nonesuch beinhaltet alle fünf Violinkonzerte von Mozart, live aufgenommen bei den Salzburger Festspielen im Jubiläumsjahr 2006. Nach über 12-jähriger Konzerttätigkeit ist die Kremerata Baltica weltweit ein gefeiertes Kammerorchester und hat bereits mehrere erfolgreiche Tourneen durch Japan, Australien, die USA, Südamerika und natürlich Europa hinter sich. Bei den renommierten Festivals in Baden-Baden, Schleswig-Holstein und Verbier ist es ein ebenso gern gesehener Gast wie bei den Salzburger Festspielen oder den Proms-Konzerten der BBC in London.
Auch wenn die Arbeit mit dem väterlichen Freund Gidon Kremer immer eine wichtige Konstante der Kremerata Baltica bleiben wird – zum Beispiel beim NEUEN Projekt „Being Gidon Kremer“ („Raise and fall of a classical musician“) mit dem Komikerduo Igudesman&Joo seit der Saison 2008/2009 -, steht das Kammerorchester heute immer mehr auf eigenen Beinen. Die Kinder von Kremers kleiner Revolution sind längst erwachsen geworden – aber die jugendliche Energie und ihre mitreißende Spielfreude haben sie bewahrt.
Bei den Lockenhauser Kammermusikfestspielen in den Jahren...
2011, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004, 2003, 2002, 2001, 2000, 1999, 1998, 1997


